disziplin n°19: back from kochblockade…

der sommer war so intensiv. dieser sommer, der das kochen zum mittelpunkt hatte, ließ mich in ein tiefes kochloch fallen. nach einer runde „have you tried turning it off and on again!?“ und einigermaßen gravierenden, wenn auch unspannenden, umwälzungen im bereich tätigkeiten, taste ich mich nunmehr wieder langsam an die leidenschaft der leidenschaften heran. könnt ihr euch das vorstellen?

ganz klassisch, ganz bodenständig – und in gedanken fest bei meiner großmama hannah.

PFÄLZER ZWIEBELKUCHEN VOM BLECH

es scheiden sich ja die geister, was zwiebel- oder gemüsekuchen angeht. blätterteig? no go! blätterteig kann man allfällig bei gemüsepizza oder orientalischen varianten nehmen, aber nicht bei der ur-version aus dem schönen land des neuen weins, kurz vor frankreich!

also mache ich erst mal einen schön fettigen salzigen mürbeteig, denn der soll wirklich orndlich knuspern hernach:

ich siebe 300 gramm guten mehls mit einer guten prise körnigen meersalzes in eine schüssel. darüber verteile ich 175 gramm eiskalte butter in kleinen stückchen und gebe ein oder zwei eier und ein paar esslöffel kaltes wasser dazu. schnell muss man das verkneten, je wärmer der teig umso klebriger. wenn das ganze eine homogene und feste kugel wird, kommt der teig für eine gute stunde fest eingewickelt in den kühlschrank.

derweil bereite ich die füllung des kuchens. und zwar nehme ich fein gewürfelten und leckeren bauchspeck und lasse ihn in einer eisenpfanne bei kleiner hitze aus.

unterdessen schneide ich ein pfund rote und ein pfund weiße gemüsezwiebeln, sowie ein bund frühlingszwiebeln in feine ringelchen und hoffe, dass ich nicht zu sehr heulen muss.

es gibt ja die unterschiedlichsten lediglich vermeintlichen hausfrauentricks, wie man das tränen der augen vermeiden könnte. durch den mund atmen zum beispiel oder wasser laufen lassen oder an die letzte verflossene liebe denken. egal. man muss da einfach durch.

und die zwiebelringe muss man dann in dem speck-fett mitdünsten. das ganze kann ruhig eine schöne farbe nehmen, zumindest muss alles orndlich glasig werden. dann kommt bei mir schon gleich eine kleine feine menge leicht gemörserter kümmel dazu. und pfeffer.

alles abkühlen lassen und derweil den teig auf dem bemehlten küchentisch sehr gewissenhaft und so dünn wie nur möglich ausrollen.

den ofen kann man getrost mal auf 200°c vorheizen.

mein tiefes backblech bestreiche ich mit guter butter und streue es mit semmelnbröseln aus. dann den teig rein und selbigen liebevoll in die ecken drücken und mit einer gabel mehrfach einstechen.

für die bindung stelle ich eine leckere mische her und zwar aus einem becher sahne und 2 eiern, verquirlt mit salz, muskat und pfeffer und etwas majoran und einem guten stück (was weiß ich, vll ein knappes halbes pfund?) greyezer käse, der fein gerieben in die mische rein kommt.

zuerst die zwiebelchen und dann die sahnemische auf dem teig verteilen und das gute stück auf die reise schicken, mindestens ne halbe stunde. sollte es zu dunkel werden, der teig aber noch zu weich sein, bitte mit einem stück alufolie abdecken.

dazu sollte man federweißer (neuen wein) trinken. unbedingt.

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